#10 Überfahrt Bari - Patras

Ein wenig gespannt fahren wir nach Bari. Ist es mühsam? Klauen sie uns die Türen noch während der Fahrt? Geht das gut mit der Fähre? 
Da Raimi aus ihrer Kindheit schlechte Erinnerungen hegt mit der Überfahrt nach Albanien, ist sie ein gebranntes Kind.
Es stellt sich aber heraus, dass alles wunderbar organisiert ist. Die Griechische Fährgesellschaft macht das gut. Check-in top, Auffahrt unkompliziert, das Personal spricht Italienisch und Englisch. 
Wir campieren also auf einem Schiff, wer kann das schon behaupten, auch schon gemacht zu haben?
In der Nacht steuern wir den Hafen von Igoumenitsa an, wo sicher 40 Lkws das Schiff verlassen, wahrscheinlich um in den Orient Güter zu transportieren. Wir beobachteten die Lkw-Fahrer auf dem Boot. Es ist schon eindrücklich, immer alleine in der Kabine durch Länder und Zeitzonen, um die Waren der Konsumgesellschaft zu transportieren. Alle Brummifahrer sind starke Raucher. Und stammen nicht selten aus dem Ostblock. Sogar ein Doppeldecker-Rindertransport sehen wir auf unserem Schiff. Italien darf also lebende Tiere nach Griechenland verschiffen...wir machen uns unsere Gedanken dazu...
Wir erreichen also eine neue Zeitzone +1h zu Bern! Um 6:30 befahren wir Griechenland. Der Tag erwacht. Die riesige architektonisch stilvolle Brücke von Patras erscheint im Morgenrot. Wir tanken kurz, werden schon von Strassenhunden angebellt und beim Kaffee in der stinkenden Kneipe will Raimi bereits das erste winzigkleine Kätzchen mit unseren alten Kokosmilch füttern. Oje...
Später erreichen wir Nafplio, wo wir vor einem Supermarkt halten.
Sofort werden wir von einem älteren Herren gefragt, ob wir Etwas benötigen. Wir fragen nach dem Weg.  Ein weiterer Mann bemerkt, dass wir aus der Schweiz kommen und erzählt uns auf dem Trottoir von Interlaken Ost und West. Wir tauschen uns kurz aus. Der ältere Mann erklärt uns dann in sicherem Englisch, wo wir durchfahren müssten und wiederholt es langsam. Dann geht er in den Shop, holt Stift und Papier und zeichnet, wo unser Weg sein muss und wo Downtown liegt. Ich schmunzle und bedanke mich herzlich. Wir kaufen bei ihm ein und wir haben mit ihm einen persönlichen Einkaufsberater. Sogar den griechischen Käse schneidet er mundgerecht. Die Kreditkartenabrechnung sollen wir dann immer prüfen zu Hause. 
Wir fahren wie verzaubert bei diesem Shop ab. Der erste Kontakt mit Griechen, der herzlicher nicht sein kann...