Wir verliessen Peja und stürzten uns ins Ungewisse Richtung Nordalbanien. Informationen über Strassenzustände sind nicht aktuell und auch der Fähre sind wir nicht sicher, ob die wirklich ablegt. Denn
es ist nicht alles Gold, was glänzt in Albanien. Oder oft passt auch, dass die Fassade trügt, dahinter verbirgt sich Minderwertiges. Naja, im Fall von Valbona stimmt es aber nicht, nur 40m der neuen
"Autobahn" sind abgerutscht und ist nur einspurig zu fahren. Somit wird der Grossansturm des Tourismus hier nur eine Frage der Zeit sein. Wenige Gruppenreisende mit Guides sind in den Hotels
einquartiert. 2-3 waren unterwegs auf dem Peaks of Balkan Trip. Wir geniessen die Bergfrische auf 1000müM und kühlen uns ab. Die letzten Tage in Peja waren heiss. Die Ruhe und Abgeschiedenheit hat
uns besonders gefallen. Das Panoramo in einer Mischung von Maggiatal, Rheinschlucht und Dolomiten ist fantastisch! Weiter geht es dann ins verarmte Bajram Curri und Fierze, wo etliche Industrieruinen
aus Enver Hoxhas Kommunistenzeit dahinrosten. Dann nehmen wir eine stark überteuerte Fähre nach Koman auf dem gleichnamigen See. Wer das Monopol hat, kann Kapital herausschlagen! Das haben die
Albaner auf jeden Fall kapiert. Die Geschichte erklärt aber einiges. Vor die Fähre ablegt kommen wir mit Männer ins Gespräch. Natürlich wird Raimi wieder ausgequetscht, wo sie herkommt und warum sie
einen Schweizer hat. Dieses Mal antwortet sie schlagfertig. Der etwas ruhigere Typ ist fasziniert von unserem Basilikum und dass man die Pflanze essen kann. Kurzerhand holt er am Strassenrand eine,
als Abfall deponierte, Flasche, halbiert diese und pflanzt ein Basilikumpflänzli darin. Wir glauben es kaum und lachen uns zum Weinen. Die Überfahrt in der wildromatischen Felswasserlandachaft ist
unbeschreiblich (und heiss)! Mehr kann ich hier nicht dazu schreiben. Als wir die völlig mältretierte Strasse nach dem Staudamm beginnen, zweifeln wir. Mit unserem Bulli mit meinen Ausweichmanöver
gesteuert, fühlt es sich wie Rallye an und wir überholen rumpelnd die Mercedes und VW Golfs! Bis Raimi für kleine Mädchen muss, und alle uns wieder überholen und winken oder halten, um zu fragen, ob
alles gut ist. Meine Networkingarbeit auf dem Schiff bemerkt man nun. Mir war auf dem Schiff zu langweilig und ich habe mit allen angefangen zu plaudern. Mit den Fährjungs, die mit albanischem
Hip-Hop den Canyon beschallten, Uli der deutsche Motorrad-Alleingänger aud Südlandrundreise, Amis auf Ausflugstürchen und den Iman, der ein saudiarabischen Paar durch Albanien begleitete. Die Frau
trug bei dieser Hitze einen Niqab, oje, wie heiss. Der Araber konnte kein Englisch, aber unterhielt sich mit mir über den Iman. Interessantes Gespräch über unsere Vision der Reise und der Kultur und
Sprache. Leider hatte ich mich nicht dafür, ihn zu fragen, was der Niqab für eine Geschichte hat...